Wissenschaftliche Studien

Wissenschaft

Wiederherstellung augenmotorischer Störungen
mittels EOG Biofeedback



Eine Anwendungsstudie bei Nystagmus


A. Roa Alvaro
Universidad Complutense de Madrid (UCM)

A.Peral Varela
Instituto Nacional de la Salud (INSALUD)

E. G. Fernández-Abascal
Universidad de Cantabria (UC)

B.
Santos Plaza
Organización Nacional de Ciegos Españoles (ONCE)

L. Caballero García

Universidad Complutense de Madrid (UCM)

(Auszugsweise Übersetzung aus dem Spanischen)



ABSTRACT:

Biofeedback oculomotor rehabilitation: A program for nystagmus.

This paper presents a biofeedback electrooculographic (EOG) based program, for the nystagmus oculomotor rehabilitation. The hypothesis is that the program application shall be efficient on the nystagmus reduction, consequently on the visual acuity and contrast sensibility increases. The rehabilitation program was applied to 10 horizontal nystagmus subjects (8-16 years old), following a design with repeated measures (before/after). As dependent variables the scoring obtained in EOG register, scoring in visual acuity and scoring in contrast sensibility was considered. Results show a significant decrease in nystagmic ocular movement, and significant increases on the visual perception measures. The results are discussed within a optimization and generalization context, including the need for such programs into the actual framework in visual rehabilitation.



Einführung

Da man von einer neuromuskulären Ursache für augenmotorische Störungen ausgehen kann, hat sich in den letzten Jahren die Möglichkeit eröffnet, die sog. Biofeedback-Techniken alternativ oder als Ergänzung zu den traditionellen Methoden anzuwenden. Diese besteht darin, den Patienten intensiv in der Kontrolle seiner Augenmotorik zu trainieren, mit dem Ziel, diese Art von Störungen zu heilen.


Biofeedback und augenmotorische Störungen

Das Biofeedback liefert einer Person eine präzise Information über seine physiologischen Aktivitäten. Dies erlaubt es ihr, diese mittels eines gezielten systematischen Trainings eine Kontrolle über diese Aktivitäten auszuüben. Eine der vielversprechendsten klinischen Anwendungen des Biofeedback sind Störungen, die das visuelle System beeinträchtigen. Einige der relevantesten Arbeiten behandeln die Behandlung unterschiedlicher Störungen wie Myopie oder Glaukom. Obwohl die Forschung und die veröffentlichten Arbeiten noch rar sind, deutet alles darauf hin, dass das spezifische Training zur Bewegung der Augen ein vielversprechender Ansatz zur Heilung verschiedener Störungen ist.
Biofeedback und Nystagmus
Die Muskulatur zur Bewegung der Augen unterscheidet sich in anatomischer und physiologischer Hinsicht von der übrigen Muskulatur des Körpers. Sehr viel mehr von Gefäßen durchsetzt, die nervale Versorgung übersteigt die Erfordernisse der Kontrolle der Feinmotorik bei weitem. Jede Nervenfaser versorgt nur 5 bis 10 Muskelfasern, die ist die beste “ratio” im ganzen Organismus. Die Augenbewegung wird normalerweise nur minimal durch bewusste Muskelbewegung gestört, eher durch Reizeindrücke und Haltung des Kopfes. Diese Fakten unterstützen die Hypothese dass die Augenmuskulatur sehr viel empfänglicher für das Training mittels Biofeedbacks sein könnte als die anderen Muskeln des Bewegungsapparates. Bei letzteren hat die Biofeedbacktechnik bereits seine Wirksamkeit bewiesen (Behel, 1986).

Diese These unterstützend und von Grundlagenforschung ausgehend haben Balliet und Nakayama durch gezieltes Training eine Kontrolle der Drehung des Augapfels in einem Bereich von 20-26.6 Grad erreicht – das Gesetz von Listing widerlegend. Wenn also unwillkürliche Bewegungen kontrolliert werden können wird ein Training der häufigsten und bewusstesten Bewegungen theoretisch und praktisch guten Effekt haben. Daraus folgt die Hypothese der signifikanten Reduzierung des Nystagmus durch Biofeedback.


Vorgehensweise


Patienten – Einschlusskriterien wie augenmotorische Störung, Alter, Einschränkung des Sehvermögens...

Auswahl der Patienten durch Augenarzt, Fachkraft im Bereich der visuellen Rehabilitation, zwei Mitarbeiter. Zu erfüllende Einschlusskriterien: Störung der Augenbewegung, Alter 4-16 Jahre, Sehschwäche minimal 3/180, keine Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung, in der Lage die Aufgaben zu erfüllen. Nystagmus überwiegend horizontal und keine chirurgische Behandlung im Vorfeld

Studie umfasst letztlich 10 Patienten – 5 Jungen und 5 Mädchen zwischen 8 und 16 Jahren

Vor Beginn der Studie Interviews mit Patienten, Eltern, Lehrern über das Ziel, die Art der Aufgaben und Dauer der Studie. Keine Beeinträchtigung des normalen Tagesablaufes.

Alle Aufgaben wurden in einem Raum für visuelle Rehabilitation durchgeführt. Alle Patienten durchliefen folgende Vorgehensweise:

a) Sitzung vor der Behandlung

Erste Sitzung: verschiedene Messungen und Dokumentation der relevanten Grössen. ”Feinbloom- Test” zur Bestimmung der visuellen Beeinträchtigung. Messung der Kontrastsensibilität mit der VCTS- Probe. Monitoring zur Registrierung der Augenbewegung beider Augen.300 Daten während 30 sec erfasst. Zwei Elektroden wurden an die äußeren Augenwinkel angebracht, eine dritte in die Mitte der Stirn im gleichen Abstand zu den anderen beiden. Patient wurde auf einen Stuhl mit 50cm zum Monitor des Beobachtenden gesetzt und durfte ausschließlich einen Lichtpunkt in der Mitte des Schirmes fixieren. Videoaufnahme der Augenbewegung während 30 sec, Blick auf einen roten Punkt.

b). 10 Einzelsitzungen, alle nach folgendem Muster ablaufend:

1). Unter anderem stehen zwei grundsätzliche Fragen zur Klärung bzgl der generellen Anwendung eine Biofeedback-Systems an:1) groessere Behandlungserfolge durch veranederte Trainingszeiten oder Anzahl der Sitzungen.

2) Verallgemeinerung der Ergebnisse - diese wurden in einer künstlichen Umgebung erzielt – aber wie sieht es in Alltagssituationen aus?

Ein einfaches tragbares Gerät für den Hausgebrauch und somit massives Üben in natürlicher Umgebung.

Ausserdem: Erforschung des Langzeiterfolges der Behandlung.
Schlussfolgerungen
Die erzielten Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass die Technik des Biofeedbacks ein nützliches Verfahren für die Behandlung augenmotorischer Störungen ist. Nach sehr wenigen Sitzungen konnten die Patienten tatsächlich eine Verringerung der Störung sowie eine Verbesserung des Sehvermögens erzielen.

Obwohl noch viele Fragen zur Klärung anstehen scheint die Technik des Biofeedback einen vielversprechenden Weg für die schwierigen Behandlung von Sehstörungen, insbesondere die der Veränderung der Augenmotorik, aufzuzeigen

Besonders wichtig für diese Art der Studie: computer-gesteuertes Verfahren zur Kontrolle und Aufzeichnung der Aufgaben – objektive Bewertungen und Motivation der kindlichen Patienten, da es wie ein Spiel aufgezogen war.

Da mit dem Nystagmus auch andere Störungen einhergehen, ist die Kontrolle der Augenbewegung nicht zwingend ausreichend, um ein normales Sehen zu erzielen – doch diese Kontrolle ermöglicht eine bessere Nutzung anderer Methoden zur Heilung des schlechten Sehvermögens.

Möglicherweise ist das EOG- Verfahren auch hilfreich für die Steuerung von Augenbewegungen von Blinden für die bessere psychologische und soziale Anpassung.


REFERENCIAS

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Liste der Autoren

Alfonso Roa Alvaro.
Profesor Titular
Facultad de Psicología
Universidad Complutense de Madrid (UCM)


Araceli Peral Varela
Médico Oftalmólogo
Instituto Nacional de la Salud (INSALUD)


Enrique García Fernández-Abascal
Catedrático de Psicología
Universidad de Cantabria (UC)


Carlos Manuel Santos Plaza
Técnico Rehabilitación Visual
Organización Nacional de Ciegos Españoles (ONCE)


Luisa Caballero García
Becaria de Investigación
Facultad de Psicología
Universidad Complutense de Madrid

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